Die neue Mütterrente - Generationengerechtigkeit sieht anders aus

Die neue Mütterrente II bringt nur wenigen Rentnerinnen Vorteile. Die Nachteile für die junge Generation der Mütter überwiegen und zwingen sie, sich selbst um die eigene Vorsorge zu kümmern.

 

Die neue Mütterrente II, Bestandteil des von Bundessozialminister Hubertus Heil vorgestellten Rentenpakets, das am 1. Januar 2019 in Kraft treten soll, soll dafür sorgen, dass viele Mütter mehr Erziehungsjahre für die Rente gutgeschrieben bekommen. Diese Maßnahme berücksichtigt die älteren Mütter, vergisst dabei die jungen Frauen und Mütter, die in Teilzeit arbeiten und im Alter nur auf eine Teilzeit-Rente Anspruch haben.

 

Um den täglichen Spagat zwischen Familie und Beruf zu bewältigen, arbeiten immer noch die meisten jungen Frauen und Mütter in Teilzeit. Trotz aller Zusagen der Regierung, für mehr Kita-Plätze, 24-Stunden-Rundum-Betreuungen und einem flächendeckenden Ausbau der Lehrerstellen zu sorgen, wird es den Müttern immer noch erschwert, Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Das zwingt viele junge Frauen dazu, von einem Vollzeitjob auf einen Teilzeitjob herunter zu reduzieren.

 

Kurzfristig mag dies für alle jungen Mütter eine gute Entscheidung zum Wohle der Familie sein, langfristig entsteht dadurch für die Frau persönlich eine große finanzielle Lücke in der Altersvorsorge, die sie im gesamten Arbeitsleben nicht mehr wird schließen können. Um es auf eine Formel zu bringen: Aus Teilzeit-Arbeit entsteht Teilzeit-Rente - damit hat eine Frau im Alter noch weniger Geld zur Verfügung.

 

Einen Teil der Kosten der Mütterrente II werden die Rentner tragen, indem sie auf Rentensteigerungen verzichten müssen. Den größten Teil finanzieren die heutigen Beitragszahler, also alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Und somit auch alle jungen Frauen und Mütter, die mangels einer besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie einen Teilzeitjob ausüben.

 

Die angestrebte Generationengerechtigkeit wird auch damit nicht erreicht. Aus diesem Grund befürwortet die bundesweite Vereinigung „Die FinanzFachFrauen e.V.“ weitergehende Maßnahmen durch die Politik für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf in der Zukunft. Gleichzeitig setzen sich die „FinanzFachFrauen“ seit vielen Jahren intensiv und erfolgreich dafür ein, immer mehr junge Frauen in Workshops, Seminaren, Tagungen sowie in persönlichen Beratungsgesprächen zu sensibilisieren, sich selbst um die eigene Altersvorsorge mithilfe von Finanz- und Vorsorgeprodukten zu kümmern - und nicht ganz dem Staat in Bezug auf die persönliche Zukunft zu vertrauen.